Meteor, im Volksmund Sternschnuppe

Meteor, im Volksmund Sternschnuppe

 

Jeder kennt Sternschnuppen und ist total begeistert, wenn er eine erblickt.

Sternschnuppe ueber Kraichtal 2018

Was sind Sternschnuppen?
Es sind Leuchtspuren von Partikeln, die in unserer Erdatmosphäre eindringen.

Wie groß sind diese Teilchen?
Die meisten Teilchen haben die Größe bis zu einem Sandkorn. Einige sind auch erbsengroß, jedoch ganz selten faustgroß.

Mit welcher Geschwindigkeit dringen sie in die Atmosphäre ein?
Das variiert je nach Eigenbewegung zwischen 30 und 70 km pro Sekunde. Hinzu kommt, dass auch unsere Erde mit etwa 30 km pro Sekunde um die Sonne saust.

Warum leuchten die Sternschnuppen?
Ja weil die Luft nicht Nichts ist! Ich merke das, wenn ich ganz schnell mit dem Fahrrad fahre. Hat mir ein kleiner Junge auf der Sternwarte erklärt. Und der junge Mann hat Recht, denn das ist die Ursache. Beim Eindringen der Partikel mit der enormen Geschwindigkeit in die Atmosphäre entsteht eine gewaltige Reibung. Hierbei werden Luftteilchen ionisiert, was dann zu Leuchterscheinungen führt. Die Partikel verglühen dabei. Nur die sehr seltenen großen Brocken können die Erdoberfläche erreichen.

In welcher Höhe leuchten die Sternschnuppen?
Je nach Geschwindigkeit, Eintrittswinkel und Größe beginnt das Aufleuchten schon in einer Höhe von 100 km. Die Leuchtspur selbst ist häufig über 10 Kilometer lang.

Sternschnuppen Meteorschauer

Bild-Quelle: www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=2396

 

Woher kommen die Sternschnuppen?
Überwiegend von Kometen, welche unsere Erdumlaufbahn kreuzen oder gekreuzt haben. Ein Komet ist kein fester Himmelskörper. Er ist tiefgefroren und taut in Sonnennähe langsam auf. Dabei lösen sich Teilchen von seiner Oberfläche ab. Diese bilden den für uns auch sichtbaren Kometenschweif.

Das Foto unten zeigt den Kometen Hale-Bopp. 1997 betrug die Distanz zur Erde etwa 100 Millionen Kilometer. Der mittlere Durchmesser vom Kometenkern liegt bei etwa 60 Kilometer. Seine Bahngeschwindigkeit beträgt circa 44 km/s, und die Umlaufzeit dauert rund 2.400 Jahre. Nach Berechnungen sollte er ungefähr im Jahr 4420 zurückkehren.

Komet McNaught2

Bild-Quelle: www.solarsystem.nasa.gov/images/galleries/McNaught2.jpg

 

Woher kommen die Kometen?
Kurzperiodische Kometen (Umlaufzeit bis 200 Jahre) kommen vom Kuipergürtel. Ihre Bahnneigung liegt wie auch die Planetenscheibe in der Ekliptik (nur wenige Grad Abweichung).
Langperiodische Kometen (Umlaufzeit über 200 Jahre) haben ihren Ursprung in der Oortschen Wolke. Die Bahnneigung kann wie bei Hale-Bopp bis zu 90 Grad betragen, also senkrecht zur Ekliptik.
Manche der Kometenbahnen kreuzen unsere Erdbahn.

Kometen Umlaufbahn kreuzt Erdumlaufbahn

 

 

Auf der Reise Richtung Sonne taut die Oberfläche des tiefgefrorenen Kometen langsam auf. Folglich verliert er die ersten Gase und Staubpartikel. Das beginnt in etwa bei der Jupiterbahn. Langsam bildet sich eine immer stärker werdende Partikelspur.

Kometen Partikel Spur

 

 

Wie lang ist der Kometenschweif?
Der Sonnenwind drückt den Schweif mehr, oder weniger stark von der Sonne weg. Dieser kann über 100 Millionen Kilometer lang sein. Je nach Anteilen von Festpartikeln und Gasen kann der Schweif auch zweigeteilt sein. Denn der Sonnenwind hat auf Gase einen stärkeren Einfluss.

Kometenschweif von der Sonne weg


Der blaue Schweif besteht aus Gas.

Komet Hale Bopp

Bild-Quelle: www.fettss.arc.nasa.gov/collection/details/comet-hale-bopp

Komet C2001

Bild-Quelle: www.fettss.arc.nasa.gov/collection/details/comet-c2001/

 

 

Wieso benennt man Sternschnuppenströme nach Sternbildern?
Als Beispiel zeigt diese Grafik die Perseiden und den Radiant im Sternbild Perseus. (Der Punkt am Himmel, von dem der Sternschnuppenstrom zu kommen scheint, wird Radiant genannt).
Blicken wir im August ab Mitternacht Richtung Sternbild Perseus, so hat es den Anschein, dass die Sternschnuppen von dort kommen.

Lass Dich durch die Grafik nicht in die Irre führen. Ich kann das Verhältnis nicht maßstabsgetreu darstellen.
Das Aufleuchten der Sternschnuppen beginnt bei etwa 100 Kilometer über der Erde.
Ist ein heller Stern im Sternbild Perseus nur 500 Lichtjahre entfernt, so ist das Verhältnis:
100 zu 4.730.000.000.000.000 km

Sternschnuppenstrom benannt nach Sternbild

 

 

Wann ist für Sternschnuppen die beste Beobachtungszeit?
Beachte in der Grafik die Flugrichtung der Erde. Von Mitternacht bis zur Morgendämmerung kannst Du frontal in Richtung der in die Erdatmosphäre eindringenden Sternschnuppen schauen.

Sternschnuppen Mitternacht beobachten

 

Beobachtung-Hilfsmittel:
Du benötigst nur drei Dinge um Sternschnuppen bestaunen zu können:
Einen dunklen Ort, eine bequeme Liege und gute Augen.

Was ist nicht gut?
Wenn der Mond scheint. Haben wir um den Zeitraum vom Maximum der Sternschnuppen auch die Vollmondphase, so können nur wenige Sternschnuppen beobachtet werden.

 

 

Die drei stärksten wiederkehrende Meteorströme.

In Richtung Sternbild Bootes siehst Du den Meteorstrom der Quadrantiden, auch Bootiden genannt.
Zeitraum: 28. Dezember - 12. Januar / Maximum: 3./4. Januar

große Sternkarte

Sternkarte mit den Sternschnuppen Quadrantiden

 


In Richtung Sternbild Perseus siehst Du den Meteorstrom der Perseiden.
Zeitraum: 17. Juli - 24. August / Maximum: 12./13./14. August

große Sternkarte

Sternkarte mit den Sternschnuppen Perseiden

 


In Richtung Sternbild Zwillinge siehst Du den Meteorstrom der Geminiden.
Zeitraum: 4. Dezember - 17. Dezember / Maximum: 14. Dezember

Große Sternkarte

Sternkarte mit den Sternschnuppen Geminiden

 

 

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